Neu, frisch, anders – Vier Kochblogs voll mit Inspiration für jeden Tag

Die Frage „Was koche ich heute?“ beschäftigt die meisten Tag für Tag. Es sollte nicht immer das Gleiche sein, gesund außerdem – aber trotzdem lecker. Zu Beginn des neuen Jahres stellen wir vier Kochblogs vor, die hunderte von Rezepten entwickelt und gesammelt haben. Vielleicht ist ja auch ein bisschen Inspiration für Sie dabei. Ein paar der Blogger haben uns außerdem ein Rezept zur Verfügung gestellt.

Ein Blog an sich funktioniert wie eine Art digitales - und öffentliches - Tagebuch. Ein Autor oder eine Autorin legt sich eine Homepage an und veröffentlicht mehr oder weniger regelmäßig Beiträge. Eine große Sparte der Blogs sind Koch- oder Food-Blogs, die sich um Essen und Kochen drehen. Dabei veröffentlichen die Blogger Rezepte und Rezensionen, zum Beispiel nach Restaurantbesuchen. Einige Koch-Blogger mit einer großen Leserschaft nutzen die Plattform auch dafür, Geld zu verdienen. Sie nehmen zum Beispiel sogenannte Kooperationen von Firmen an. Das bedeutet, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung im Rahmen ihres Blogs präsentieren und für diese Art von Werbung dann Geld bekommen. Diese Produkte können zum Beispiel Lebensmittel sein. Doch auch mit klassischer Werbung auf ihrer Website können Blogger Geld verdienen. Für einige Blogger läuft das so gut, dass sie mittlerweile hauptberuflich ihren Blog betreiben und davon leben können. Viele bringen früher oder später aber auch Produkte wie ein Kochbuch heraus, um sich ein zweites Standbein zu verschaffen.

1. Feed me up before you go-go

Ein Blog – zwei Autoren: Feed me up before you go-go wird von Sabrina Kiefer und Steffen Jost aus München gestaltet. Er beschreibt sich selbst mit den Worten „kennt jeden Burgerladen Münchens von innen und macht alles, wenn man ihm dafür Donuts verspricht“, sie ist laut eigener Aussage „bekennende Ginaholic und Anwärterin auf die vegetarische Martha-Stewart-Nachwuchskochschürze“.

Vergrößern

Feed-me-up-before-you-go-go-1
feed me up before you go-go Sabrina Kiefer und Steffen Jost betreiben zusammen den Koch-Blog, in dem es von Zeit zu Zeit auch ums Reisen geht.

Seit 2011 geht es auf ihrem Blog um Essen, Trinken und Reisen. Letztere beeinflussen auch wiederum, was so auf feed me up before you go-go erscheint: Das kann  Pasta mit Kürbis-Salbei-Sauce oder auch ein Flammkuchen mit Birne, Salbei und Bergkäse sein.

Wie wäre es zum Beispiel auch mit einem Salat mit rohem Rosenkohl, Apfel und Parmesanchips? Foto: Feed me up before you go-go

Winterlicher Salat mit rohem Rosenkohl, Apfel und Parmesanchips (Rezept für 2 Personen)

Zutaten für den Salat

25 g Parmesan

300 g Rosenkohl

1 süßer Apfel

125 g gemischter Blattsalat (wir haben Feldsalat und Radicchio verwendet)

50 g Haselnusskerne

Zutaten für das Dressing

1 EL Ahornsirup

2 TL mittelscharfer (Dijon-)Senf

4 EL Orangen- oder Apfelessig

2 EL Zitronensaft

6 EL Olivenöl

1 Prise Chilipulver

Salz, Pfeffer

Zubereitung

Für die Parmesanchips den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Parmesan fein reiben und in 10 kleinen Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Etwa 5 Minuten im Ofen backen, bis der Käse zu runden Plätzchen schmilzt (aber aufpassen, der Käse darf nicht dunkel werden, sonst schmecken die Parmesanchips bitter!). Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Die äußeren Blätter des Rosenkohls entfernen. Die Röschen von der Spitze her in feine Scheiben schneiden, dabei den harten Strunk nicht mitverarbeiten. Gründlich waschen und trocknen. Den Apfel fein stiften oder grob raspeln. Den Salat waschen und trocknen. Die Haselnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Für das Dressing alle Zutaten gut verrühren und zum Schluss nochmals mit Salz, Pfeffer, Chilipulver und Ahornsirup abschmecken. Rosenkohl, Apfel, Salat und Haselnüsse mit dem Dressing vermischen, auf zwei Tellern anrichten und jeweils fünf Parmesanchips in den Salat stecken. Dazu passt frisches Ciabatta.

2. Das Kochkarussell

Bis zu 350 000 Menschen besuchen Tag für Tag ihren Blog, auf der Suche nach leichten und frischen Rezepten: Miriam Keller bloggt seit 2013 auf dem Kochkarussell. Das läuft mittlerweile so gut, dass die Kielerin das heute hauptberuflich macht. „Ich glaube daran, dass gutes Essen einfach sein kann“, schreibt sie auf dem Blog, „ein paar frische Zutaten, ein wenig Zeit und du kannst dir das leckerste Essen zubereiten.“

Vergrößern

Mia-Kochkarussell
Kochkarussel Auf ihrem Blog schreibt sie viel über Feierabend-Küche: Mia Keller.

Das große Thema des Kochkaroussels ist auch deshalb die Feierabendküche: Keller versucht, mit ihren Rezepten all diejenigen zu motivieren, sie nach einem langen Tag im Büro keine Lust mehr darauf haben, zu kochen. Mit Anleitungen, die schnell gehen, und für die man nicht mehr extra einkaufen muss. Das kann eine herrlich bunte Gemüsesuppe sein, die in unter 30 Minuten fertig ist oder ein gebratener Reis mit Gemüse, der nicht nur dafür sorgt, dass keine Lebensmittelreste weggeworfen werden, sondern genauso lecker schmecken soll wie vom Lieblings-Asiaten – extra für Sie getestet.

3. kunterbuntweissblau

Aus welchem Bundesland Amelie Heinz kommt, ist leicht anhand des Namens ihres Blogs zu erraten: kunterbuntweissblau. Heinz selbst beschreibt die Seite als „Münchner Foodblog über alles rund ums Genießen – Food, Wein, Reisen“. Sie will den Leser mitnehmen, wenn sie Essen, Landschaften oder Wein genießt oder auf Reisen geht. Dabei erklärt sie, worauf es bei Käseknödeln wirklich ankommt oder was eigentlich bei einem „Grundkurs Champagner“ auf dem Lehrplan steht.

Amelie Heinz betreibt kunterbuntweissblau. Foto: Amelie Heinz

Heinz` Rezepte entstehen „aus dem Bauch heraus“ – Hunger sei doch der beste Koch, schreibt sie – und zwar mit saisonalen, regionalen und frischen Zutaten. Also gibt es Spaghettikürbis mit Birne und Gorgonzola, eine Buddha Bowl mit Gemüse und Garnelen oder auch einen bunten Wintersalat mit gegrillter Paprika, Ricotta und Pinienkernen.

Gut zum Mitnehmen – zum Beispiel ins Büro für eine gesunde Mittagspause – eignet sich der Linsensalat mit Sellerie, Apfel, Granatapfel und Zitrusfrüchten:

Vergrößern

linsensalat-kunterbuntweißblau
kunterbuntweißblau Eignet sich gut zum Einpacken und Mitnehmen: Der Linsensalat.

Veganer Linsensalat mit Sellerie, Apfel, Granatapfel und Zitrusfrüchten

Zutaten für 4 Portionen:

250 g Belugalinsen

etwa 6 Stangen Staudensellerie

1 säuerlicher Apfel

1/2 Granatapfel

3 Zitronen

3 Orangen

Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung:

Linsen in kaltem Wasser für ca. 30 Minuten einweichen. Danach in 1 Liter frischem, sprudelnden Wasser mit etwas Salz in 30 Minuten gar kochen. Abkühlen lassen. Sellerie und Apfel waschen und in kleine Würfel schneiden. Granatapfelkerne aus dem Gehäuse befreien. 2 Zitronen und 2 Orangen filetieren. 1 Zitrone und 1 Orange auspressen. Alles unter die Linsen mischen, mit Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken.

4. Madame Cuisine

„Ich liebe einfach den Umgang mit Lebensmitteln, zu sehen wie ein Gericht langsam Form annimmt, wie der Duft von Kräutern, Gewürzen oder Gebackenem langsam durch die Wohnung zieht“, schreibt Sonja Stötzel auf ihrem Blog madame cuisine. Stötzel möchte motivieren, selbst zu kochen und will zeigen, dass das nicht immer mit viel Aufwand verbunden sein muss. Weiter liegt ihr Nachhaltigkeit am Herzen. Sie erklärt auf ihrer Website ausführlich, was es mit dem Bio-Siegel auf sich hat und was das für die Herstellung und die Produkte konkret bedeutet. Zusätzlich geht Stötzel auch darauf ein, wieso sie versucht, regional und saisonal einzukaufen. Allen, die das auch versuchen möchten, empfiehlt sie einen Obst-Gemüse-Saison-Kalender.

Vergrößern

sonja-in-the-kitchen-madame-cuisine
madame cuisine Hier entwickelt sie die Ideen für ihren Blog: Sonja Stötzel.

Leser finden auf madame cuisine einfache, bodenständige Rezepte wie Omas Kartoffelsuppe mit Würstchen, aber auch raffiniertere Kreationen wie Gelbes Thai-Curry mit Erdnussbutter. Die Rote-Bete-Suppe mit Kartoffeln heizt in den kalten Monaten ein.

Wie wäre es mit einer großen Portion Pasta zum Feierabend? Foto: madame cuisine

Fettuccine mit Pilzen, Salbei und Szechuan-Pfeffer

Zutaten für 2 hungrige Pasta-Liebhaber von madame cuisine

250 g Fettuccine

200 g gemischte Pilze, z.B. Shiitake und braune Champignons

2 EL Haselnüsse, grob gehackt

1 Zehe Knoblauch

je 1 EL Butter und Olivenöl

1 Schuss Weißwein

Salz, 1 TL Szechuan-Pfeffer, grob zerstoßen

3-4 Zweige Salbei

frisch geriebener Parmesan

Zubereitung:

Fettuccine nach Packungsanweisung in reichlich Salzwasser al dente garen. Währenddessen die übrigen Zutaten zubereiten. Pilze putzen und in dünne Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Den Salbei waschen, die Blätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. In einer großen beschichteten Pfanne zunächst die grob gehackten Haselnüsse ohne Fett goldbraun rösten. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. In derselben Pfanne die Butter und das Olivenöl erhitzen. Zunächst die Pilze bei starker Hitze rundherum anbraten, dann die Hitze reduzieren und den Knoblauch hinzufügen. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und mit Salz und dem zerstoßenen Szechuan-Pfeffer würzen. Sobald die Nudeln al dente sind, diese abgießen, dabei etwas Nudelkochwasser auffangen. Die Nudeln zusammen mit dem Salbei und den gerösteten Haselnüssen zu den Pilzen in die Pfanne geben. Alle Zutaten gut miteinander vermischen, dabei ggf. noch etwas vom Nudelkochwasser hinzufügen. Die Fettuccine mit Pilzen noch einmal mit Salz und ggf. Pfeffer abschmecken, dann mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Veröffentlicht von Sophie Schmidt