Küssen: Eine der schönsten Nebensachen

Der erste Kuss im Teenie-Alter, ein Küsschen zur Begrüßung, der Gutenachtkuss vor dem Schlafengehen und natürlich Omas Knutscher auf die Wange: Bis zu 100.000 mal küssen wir in unserem Leben. Das entspricht rund 76 Tagen. Küssen ist damit aus dem Leben nicht weg zu denken. Am 6. Juli ist der Internationale Tag des Kusses, Grund genug also einmal genauer hin zu schauen. Warum küssen wir? Sind Küsse wirklich gesund? Außerdem wagen wir einen Blick auf die berühmtesten Küsse.

Ist Küssen gesund?

Ja, und wie! Das sagen zumindest Wissenschaftler, denn Küssen kann das Immunsystem stärken und Stress abbauen. US-Forscher haben herausgefunden, dass der Körper beim Küssen Neuropeptide produziert. Das sind chemische Substanzen, die sogenannte Killerzellen aktivieren. Diese können schädliche Bakterien oder Viren vernichten.

Ein Kuss ist die schönste Art, gemeinsam den Mund zu halten. Unbekannt

Beim Küssen selbst werden rund 4000 Bakterien übertragen. Klingt eklig, ist aber gesund. Denn so wird die Bildung von Abwehrkräften und Antikörpern angestoßen.

Aus rein medizinischer Sicht kann das allerdings auch nach hinten los gehen und sogar gesundheitsschädlich sein. Wenn einer der Küssenden zum Beispiel eine Erdnussallergie hat und der Gegenüber aber zuvor Erdnüsse gegessen hat. Auch wird davor gewarnt, dass durch das Küssen unter Erkrankten Viren übertragen werden können.

Küssen gleicht übrigens schon fast Sport, denn immerhin werden an die 34 Gesichtsmuskeln gebraucht. Wer küsst, ist gestresst – allerdings im positiven Sinne. Nervenzellen werden angeregt und Botenstoffe in Richtung Gehirn geschickt. Zudem kurbelt es die Durchblutung an und strafft die Haut. Doch damit nicht genug, auch Puls und Körpertemperatur gehen nach oben, das Blut zirkuliert schneller und der Stoffwechsel wird angeregt. Das Wichtigste am Ende: Glückshormone werden ausgeschüttet! Und die lassen schnell Schmerzen vergessen und die Laune besser werden.

Küssen ist, als ob man Suppe mit der Gabel isst: man bekommt nie genug. Aus Schweden

Wissenschaftler erforschen das Küssen: Zehn Fakten

1. Ein Zungenkuss verbrennt im Schnitt zwölf Kalorien.
2. Wer viel küsst, muss nicht so oft zum Arzt.
3. Vielküsser altern langsamer.
4. Schluckauf verschwindet durchs Küssen genauso wie Verspannungen.
5. Es wird empfohlen, nicht auf das Ohr zu küssen: Die Lautstärke entspricht dann einem Düsenflugzeug von bis zu 130 Dezibel.
6. Warum stoßen die Nasen beim Küssen nicht zusammen? Zwei Drittel der Menschen neigen den Kopf beim Küssen nach rechts.
7. Die Lippen sind hundertmal empfindlicher als die Fingerkuppen.
8. Auch eine Wissenschaft beschäftigt sich mit der Erforschung des Kusses: Die Philematologie.
9. Wer sich 30 Minuten lang küsst, kann die Symptome von Heuschnupfen lindern.
10. Drei Prozent der Frauen lassen ihre Augen beim Küssen geöffnet, bei den Männern sind es 37 Prozent.

Es gehört Erfahrung dazu, wie eine Anfängerin zu küssen. Zsa Zsa Gabor

Warum küssen wir überhaupt?

Bisher konnten sich Wissenschaftler noch nicht auf eine Erklärung einigen. Eine Variante sagt, dass das Küssen von der Brutpflege kommt. Laut dieser Theorie hat sich das Küssen aus dem Fütterungsritual entwickelt hat, bei dem vorgekaute Nahrung an die Kinder weitergegeben wird. Einer anderen Theorie nach hat sich das Küssen entwickelt, als der Mensch sich langsam von der Erde erhob. Dabei wurde das gegenseitige Beschnüffeln durch einen Kuss ersetzt. Diese ursprüngliche Begrüßung war wohl mit der Begegnung von Vierbeinern zu vergleichen, die sich zum Gruß am Hinterteil beschnüffeln.

Die berühmtesten Küsse – Eine Auswahl

Filmkuss

Aus der Kategorie sportlich und nicht unbedingt zum Nachmachen empfohlen, stammt der Kuss aus „Spider-Man“ (2002). Spider-Man hängt kopfüber von einer Hauswand und wird von seiner Mary Jane geküsst. Im strömenden Regen natürlich. Die Szene zwischen den beiden Hauptfiguren, gespielt von Toby Maguire und Kirsten Dunst, zählt zu den Klassikern der Filmgeschichte.

Politischer Kuss

Der Bruderkuss hingegen hat eine andere Bedeutung. Er gilt als Begrüßungsritual unter Sozialisten. Besondere Bekanntheit erlangte dieses spezielle Zusammentreffen von Erich Honecker und Leonid Breschnew im Oktober 1979. Diese Art von Kuss bedeutete mehr als das bloße Händeschütteln, wie es andere Staatsmänner taten. Es sollte viel mehr die besondere Verbundenheit zwischen den sozialistischen Staaten zeigen.

Märchen-Kuss

Ihr Kuss war einer der Höhepunkte der Märchenhochzeit des Jahres: Prinz William und seine Kate. Im April 2011 läuteten die Hochzeitsglocken für das Traumpaar. Die beiden lernten sich 2001 beim Studium kennen, 2007 folgte dann die Trennung. Doch schon kurz darauf kamen die beiden wieder zusammen. Fans der Royals fieberten dann der Hochzeit entgegen. Der Kuss war zwar noch etwas schüchtern, aus britischer wahrscheinlich genau angemessen.

Jetzt aber los!

Melissa Ludstock
Veröffentlicht von Melissa Ludstock

Hat im Oktober 2015 ihr Volontariat beim Donaukurier begonnen, ist seit April 2017 Online-Redakteurin. Dreht und schneidet am liebsten Videos, mag lokale Geschichten und ist gerne vor Ort, um zu berichten. Ihre Geschichten findet die Neu-Ingolstädterin nicht nur auf Twitter, Youtube und Co., sondern auch unterwegs.