Hexen und Gespenster: Woher stammt Halloween?

Am Abend vor Allerheiligen werden wieder unzählige schaurige Gestalten die Städte und Dörfer unsicher machen. Kleine Vampire und Gespenster klingeln an Haustüren, rufen den berühmten Satz: „Süßes oder Saures!“ und leuchtende Kürbisgesichter zieren die Straßen. Doch wo hat das Fest der Untoten eigentlich seinen Ursprung? Wie wird Halloween in anderen Ländern gefeiert? Und woher stammen die vielen unterschiedlichen Bräuche?

Das keltische Silvester

Der Name Halloween ist eine Umformung von „All Hallows Eve“- zu Deutsch: der Abend vor Allerheiligen, dem katholischen Feiertag am ersten November. Halloween hat seinen Ursprung in Irland im keltischen Fest Samhain, was so viel bedeutet wie „Ende des Sommers“. Da die Kelten nur zwei Jahreshälften hatten, war Samhain quasi wie Silvester, denn sie feierten den Beginn der zweiten Jahreshälfte.

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In dieser Nacht glaubten die Kelten, dass die Tore zur Unterwelt offenstehen, somit die verstorbenen Verwandten unter ihnen wandeln und sie besuchen könnten.

Die Kelten hatten nur zwei Jahreshälften, die Erste war das Sommer-Halbjahr, welches sie Jahrestag nannten und die Zweite war das Winter-Halbjahr, Jahresnacht genannt.

Von Irland gelangte das Fest im 19. Jahrhundert über irische Einwanderer in die USA, wo es ein wichtiger Feiertag wurde. Von dort verbreitete es sich in den 1990er Jahren langsam in ganz Europa.

Legenden und Bräuche

Jack O´Lantern

Eines der bekanntesten Symbole von Halloween ist wohl der Kürbis. Doch warum schnitzen wir überhaupt gruselige Fratzen in Kürbisse? Dieser Brauch ist auf die irische Legende des Jack O´Lantern – was so viel heißt wie „Jack mit der Laterne“ – zurückzuführen.

In dieser Erzählung erscheint dem Hufschmied Jack am Vorabend von Allerheiligen der Teufel in einer Kneipe. Als dieser ihm anbietet, im Tausch gegen Jacks Seele das letzte Getränk zu bezahlen, nimmt er dankend an und der Teufel verwandelt sich in eine Münze, um die Schulden bei dem Barmann zu begleichen. Jedoch ist Jack schnell und steckt die Münze in seinen Geldbeutel, in dem ein silbernes Kreuz versteckt ist. Somit ist der Fürst der Finsternis gefangen und kommt erst wieder frei, als er mit Jack vereinbart hat, dass er zehn Jahre in Ruhe leben darf.

Doch als die Galgenfrist von zehn Jahren um ist und der Teufel zurückkommt, bittet Jack ihn, einen Apfel zu pflücken. Aus Mitleid kommt der Dämon dem nach und kurzerhand ritzt Jack ein Kreuz in den Baum, damit Satan dort gefangen ist. Diesmal fordert der hinterhältige Mann, dass der Teufel ihn für immer in Ruhe lassen würde und da ihm keine Wahl bleibt, willigt der Teufel ein und verschwindet.

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Unsplash Traditionell werden an Halloween Kürbisse ausgehöhlt und vor die Tür gestellt.

Doch als Jack stirbt, wird ihm bewusst, dass seine Idee nicht ganz durchdacht war, denn er wird am Himmelstor abgewiesen und ebenso am Tor zur Hölle. Der Teufel bekommt Mitleid mit Jack und schenkt ihm eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer, damit er nicht durchs Dunkle wandeln muss. Der Verstoßene steckt die Kohle in eine Rübe, die er als Proviant dabei hatte und seitdem wandelt er mit der Laterne durch die Welten.

Warum Kürbisse und keine Rüben?

Die irischen Einwanderer bemerkten, dass es in den USA viel mehr Kürbisse als Rüben gab. Deshalb wurden aus den Rübenlaternen schließlich Kürbislaternen. Um die bösen Geister von den Häusern fernzuhalten, schnitzten die Iren schaurige Gesichter in die Kürbisse.

„Süßes oder Saures!“

Süßes oder Saures – auch Trick or Treat genannt – ist ein Brauch, der schon vor Langem entstanden ist und sich mit der Zeit verändert hat: Damit die Geister den Kelten keine Streiche spielten, mussten sie diese mit Lebensmitteln beschwichtigen. Doch hatte man keine Vorräte zu Hause, blieb einem nichts anderes übrig, als von Tür zu Tür zu gehen und zu betteln.

In späteren Jahren gingen die Bauern von Haus zu Haus und versprachen allen, die spendeten, Glück und allen anderen Unglück. Dieser Brauch ist bis heute erhalten geblieben. Jedoch wurde er vor allem von den Amerikanern umgewandelt. So kommt es, dass heute Kinder durch die Straßen laufen und um Süßigkeiten bitten.

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Pexels Vor allem in Amerika ist der Brauch Trick or Treat sehr verbreitet.

Doch warum verkleidet man sich und zieht nicht in normaler Kleidung um die Häuser? Auch dieser Brauch stammt von den Kelten. Denn um die bösen Geister in der Nacht an Samhain zu täuschen und zu erschrecken, verkleideten sie sich schon damals. Ihre Kostüme bestanden damals aus Fellen und Masken.

Die schwarze Katze

Schon im Mittelalter in der Zeit der Hexenverfolgung wurden Frauen beschuldigt, dass sie in Gestalt von Katzen den Teufel anbeten würden. Während der Hexenprozesse wurden die Frauen gezwungen, zuzugeben, dass sie sich in Katzen verwandelt hätten.

Die Hexenverfolgung in Europa dauerte von etwa 1300 bis 1750. Der Höhepunkt der Verfolgung war im Verlauf von 1550 bis 1650. In dieser Zeit wurden in Europa zwischen 40.000 und 60.000 Menschen hingerichtet. Rund 80 Prozent davon waren Frauen. Die Bevölkerung erklärte sich ungewöhnliche Dinge wie Krankheiten, schlechte Ernten und andere negative Ereignisse mit Hexerei. Die Hexen wurden gefoltert und da ein Geständnis im Verlauf der Folterung ungültig war, gaben sie unter Drohung weiterer Maßnahmen ein Geständnis ab, nur um ihre Qualen zu beenden. Hexen wurden grundsätzlich zum Feuertod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Somit wurden zahlreiche angebliche Hexen zusammen mit Katzen verbrannt. Die kleinen Vierbeiner gelten seitdem als etwas Mysthisches, Unheimliches und Unheilvolles.

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Das Nuss-Orakel

Ein Brauch, der in Deutschland nicht so bekannt ist, aber dafür in Schottland umso mehr, ist das Nuss Orakel. Halloween wird dort auch Nut-Crack-Night genannt. Dieser Brauch funktioniert so: Ein Mann schreibt auf mehrere Nüsse die Namen seiner angebetenen Frauen und wirft sie anschließend in ein Feuer. Die Nuss, die am hellsten leuchtet, zeigt, bei welcher Frau der Mann die größten Chancen hat.

Halloween weltweit

Auch wenn Halloween seit den 1990er Jahren in Europa angekommen ist, wird es noch nicht ganz so groß gefeiert wie beispielsweise in Amerika. Auch die Häuser sind noch nicht so reichlich geschmückt. Doch es gibt einige, die das Fest feiern: Viele Eurpäer verkleiden sich, veranstalten Partys, Kinder laufen von Haus zu Haus und Kürbislaternen leuchten im Dunkeln. Doch wie wird Halloween in anderen Ländern gefeiert?

Irland

Im Ursprungsland des Halloween-Festes wird es immer noch traditionell groß gefeiert. Die Iren entzünden riesige Feuer, um die bösen Geister abzuwehren, es gibt Feuerwerk und egal ob Groß oder Klein, eine Verkleidung muss sein. Es werden spezielle Speisen seviert, beispielsweise „Barm Brack“ – ein besonderer Früchtekuchen – in dessen Teig ein Ring versteckt. Derjenige, der das Kuchenstück erhält, in dem der Ring ist, soll noch bis Ende des Jahres heiraten.

USA

Obwohl die USA nicht das Ursprungsland von Halloween sind (obwohl das die meisten denken) ist es vielen Amerikanern extrem wichtig. Halloween mit Weihnachten gleichzustellen – Was für uns unvorstellbar wäre ist für die Amerikaner ganz normal. Sie verschicken Grußkarten, feiern große Partys und für die Kinder steht natürlich das berühmte Trick or Treat im Vordergrund. Einige Amerikaner dekorieren ihre Häuser und Vorgärten mit allerlei Schaurigem: Skelette hängen in den Bäumen, dutzende Kürbisse leuchten den Weg zur Haustür und sogar Spinnenweben schmücken das Eigenheim.

Die Halloween-Hauptstadt in den USA ist Salem. Nur knappe 30 Kilometer von Boston entfernt liegt die Kleinstadt. Sie wurde durch die Salem-Hexenprozesse von 1692, bei denen 19 Unschuldige ihr Leben verloren, bekannt. Von den Opfern hatte man fälschlicherweise geglaubt, dass sie Hexen waren. Jedes Jahr findet das Salem Haunted Happenings Festival statt, eine Art Halloween-Festival. Passenderweise trägt Salem den Beinamen „die Hexenstadt“.

Mexiko

Sogar in Mexiko wird Halloween gefeiert, wenn auch komplett anders als wir es kennen. „Der Tag der Toten“ (Dia de los Muertos) wird das dreitägige Fest genannt und wird am 31.Oktober, ersten November und zweiten November gefeiert. Die Mexikaner haben vor dem Tod keine Angst, denn er wird als Teil des Lebens gefeiert.

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Alles wird bunt und prunkvoll mit Totenschädeln und Minigräbern aus Zucker geschmückt. Im Glauben, dass die verstorbenen Familienmitglieder zurückkommen, wollen sie diese herzlich willkommen heißen.

Halloween in Ingolstadt

Auch in Ingolstadt finden einige Halloween-Specials statt. Hier eine kleine Auswahl zur Inspiration:

Der Musikpark Ingolstadt veranstaltet eine Halloween-Party bei der alle Verkleideten ein Begrüßungsgetränk gratis erhalten. Beginn ist um 21 Uhr, Einlass ist ab 16 Jahren.

In der Eventhalle Ingolstadt steigt ebenfalls ab 21 Uhr eine spezielle Party zu Halloween. Eine Karte kostet im Vorverkauf sieben Euro und an der Abendkasse zehn Euro.

Die Lasertag Welt startet bereits am 28. Oktober mit ihrem besonderem Programm. Individuelle, auf Halloween angepasste Lasertag-Spiele werden angeboten und wer verkleidet antritt, bekommt jedes dritte Spiel gratis. Spieler ohne Verkleidung zahlen 7,50 Euro pro Spiel. Beginn ist am Samstag um 19 Uhr.

Ebenfalls am Samstag findet im Ara-Hotel Comfort zum achten Mal eine Halloween-Party statt. Dieses Jahr mit DJ Daniel Melegi und DJ Enix. Beginn ist um 21 Uhr, Karten gibt es im Vorverkauf für zwölf Euro.

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Pexels Happy Halloween!
Lena Schwärzli
Veröffentlicht von Lena Schwärzli
Hat im September 2017 ihre Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print beim Donaukurier begonnen. Liest gerne Romane und spielt in ihrer Freizeit Tennis.