Aktionstag „Bayern gegen Leukämie“

Jährlich erkranken allein in Deutschland 11.000 Menschen an Leukämie. Das heißt: Alle 15 Minuten bekommt ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs.  Jeder siebte Erkrankte findet keinen Spender. In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal einen Aktionstag, der ganz unter dem Motto „Bayern gegen Leukämie“ Menschen dazu motivieren soll, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern und der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuz organisieren gemeinsam den Aktionstag.

Was ist Leukämie?

Das Wort stammt aus dem Griechischen: leukós bedeutet weiß, haima steht für Blut. Durch die Vermehrung bösartiger Blutzellen wird die normale Blutbildung gestört. Diese sind Vorläuferzellen der weißen Blutzellen, die allerdings nicht funktionstüchtig sind. Sie werden auch Leukämiezellen genannt. Die weißen Blutkörperchen machen zum Beispiel für den Organismus  unverträgliche Stoffe oder Krankheitserreger unschädlich. Auch umgangssprachlich spricht man oftmals eben von Blutkrebs. All das findet im Knochenmark statt, denn dort entsteht Blut.

Welche Folgen gibt es?

Diese bösartigen Zellen breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen dort Stück für Stück die anderen Bestandteile von Blut. Oder anders gesagt: die Bildung von Blut. So kann es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen kommen, die eigentlich Sauerstoff transportieren. Auch ein Mangel an blutungsstillenden Blutplättchen und funktionstüchtigen weißen Blutzellen kann so entstehen. Leukämiezellen verbreiten sich oft unkontrolliert. Durch eine Erkrankung können zudem verschiedene Organe wie die Leber, die Milz oder die Lymphknoten in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Was hilft?

Die Transplantation von Stammzellen ist häufig die einzige Aussicht auf Heilung. Sie wird dann durchgeführt, wenn Patienten unter Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. Denn: aus Blutstammzellen des Knochenmarks bildet der Körper Blutzellen. Diese Behandlung wird am häufigsten bei den verschiedenen Formen von Blutkrebs eingesetzt. Doch auch bei angeborenen Immundefekten oder bei Erkrankungen der roten Blutkörperchen kann eine Transplantation Leben retten.

Wer kann helfen?

Wer Stammzellen spenden möchte, muss sich zunächst registrieren lassen. Wer in Bayern lebt, kann das zum Beispiel bei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern machen. In Deutschland gibt es allerdings mehrere Stammzellenspenderdateien, darunter auch die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS. Gesammelt werden all diese Daten vom Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD).


Sich registrieren lassen kann prinzipiell jeder, der zwischen 17 und 45 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilogramm wiegt, gesund und in guter körperlicher Verfassung ist. Bis zum 60. Lebensjahr kann man Zellen spenden. Um sich nun also registrieren zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: an einer der öffentlichen Typisierungsaktionen teilnehmen, beim Hausarzt oder zu Hause. Doch die einfachste Methode ist Blutspenden gehen und sich dort registrieren lassen. Am Aktionstag „Bayern gegen Leukämie“ am 25. Mai ist das an zahlreichen Orten in Bayern möglich.

Was hat Blutspenden mit Leukämie zu tun?

Blutspenden ist im Kampf gegen Blutkrebs wichtig. Den Erkrankten kann nicht nur mit einer Stammzelltransplantation geholfen werden. Jeder der regelmäßig Blut spendet, hilft Blutkrebspatienten: Sie sind auf rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrationen) angewiesen. Diese „gesunden“ Bestandteile von Blut fehlen Blutkrebspatienten oftmals.

Wie funktioniert die Stammzellenspende?

Das Blut wird zunächst untersucht, indem die Gewebemerkmale bestimmt werden. So wird heraus gefunden, ob ein Spender für einen Patienten in Frage kommt. Um die Stammzellen zu gewinnen, wird der Beckenkamm punktiert.  Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt und dauert rund eine Stunde. Am Tag darauf wird der Spender wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Die anfallenden Kosten und ein möglicher Verdienstausfall werden von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern übernommen. Doch keine Sorge: Oft kommt eine Spende dieser Art nicht zum Einsatz.

Denn rund 70 Prozent der Spenden werden ohne Eingriff gewonnen. Dabei handelt es sich um die sogenannte periphere Stammzellenspende. Dazu wird dem Spender ein Medikament verabreicht, das eine verstärkte Zellneubildung anregt. Der Vorgang dauert vier Tage. Dabei tritt ein Teil der blutbildenden Stammzellen für kurze Zeit in das Blut über. Am fünften Tag wird der Spender an einen sogenannten Zellseparator angeschlossen. Das ist eine Zentrifuge, die das Blut in seine Bestandteile trennen kann. Dabei werden die Stammzellen aus dem Blut des Spenders gesammelt. Diese Art der Spende dauert dann rund vier bis fünf Stunden und wird ambulant durchgeführt.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern.

Melissa Ludstock
Veröffentlicht von Melissa Ludstock

Hat im Oktober 2015 ihr Volontariat beim Donaukurier begonnen, ist seit April 2017 Online-Redakteurin. Dreht und schneidet am liebsten Videos, mag lokale Geschichten und ist gerne vor Ort, um zu berichten. Ihre Geschichten findet die Neu-Ingolstädterin nicht nur auf Twitter, Youtube und Co., sondern auch unterwegs.